Fototipps

Festival of Lights Fototipps 2013

Wenn es ab Oktober langsam Nacht wird und alle Wahrzeichen und Gebäude des FESTIVAL OF LIGHTS zur Blauen Stunde langsam zu leuchten beginnen, ist es Zeit für eine Safari mit dem Fotoapparat. Natürlich ist das Schießen nicht ganz wörtlich zu verstehen und die Objekte bewegen sich auch nicht besonders schnell. Ganz einfach wird es dennoch nicht sein, die eindrucksvolle Atmosphäre so einzufangen, dass sie richtig wirkt. Hier verraten unsere Experten Tipps und Tricks für perfekte Nachtfotografie:

Robert Geipel, Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V. (CEWE Studioleiter)

1) Experimentieren Sie mit der Belichtungszeit, wenn bei beleuchteten Bauten während der Aufnahme die Farben wechseln. Ändert sich beispielsweise die Beleuchtung von rot zu blau wird das Bild in der Kamera bei einer längeren Belichtungszeit von ca. 1 sec. zu einem Magenta-Ton tendieren, denn rot und blau ergeben in der Farbmischung magenta.

In der Nachtfotografie muss der Himmel nicht klar sein. Schöne Bilder kann man auch bei Regen (mit Regenschirm, damit die Linse keine Tropfen abbekommt) oder nach einem Regenguss machen, da sehr schöne Spiegelungen auf dem Untergrund entstehen. Bei Nebel sind tolle Lichtbilder möglich, da der Strahl z.B. der Straßenlaternen, diffus gestreut wird und so eindrucksvolle Bilder entstehen können. Bei Regen ist es ein bewährter Trick, die Kamera in Frischhaltefolie einzuwickeln. Nur das Objektiv wird freigelassen und der Fotoapparat ist gegen Feuchtigkeit besser geschützt. Durch die elastische Folie kann man gut auslösen. Wassertropfen auf der Linse vermeiden und abwischen.

2) Die Belichtungsmessung und der Weißabgleich (WB) ist bei den meisten Kameras mittlerweile sehr intelligent und zuverlässig. So kann man sich auf das Motiv konzentrieren und muss nicht ständig die Technik im Auge behalten. Im Zweifelsfall eine Belichtungsreihe machen (Unter-, Richtige- und Überbelichtung) und die Beste Belichtung aussuchen oder ein HDR – High Dynamic Range Image – berechnen. Sie können auch die Aufnahmen manuell auslösen, wählen Sie das Menüprogramm (M) ihrer Kamera statt eines automatischen Programms. Machen Sie eine Testbelichtung und variieren dann die Belichtungszeit bis die Belichtung ihren Vorstellungen entspricht.

Bei Objekten, die künstlich beleuchtet werden, gerade bei Licht-Shows, die recht hell sind, kann man auch mit hochempfindlichen Kameras (ab 3200 ISO und einem lichtstarken Weitwinkel Objektiv, zum Beispiel 18mm Lichtstärke ab f: 3,5) auch Bilder aus der Hand, also ohne Stativ, machen. Zwar kann das eine oder andere Motiv verwackelt sein und die Bilder können schon etwas “rauschen”, allerdings hat man den Vorteil, spontan Schnappschüsse zu kreieren.

3) Nachts kann man mit der Kunst der “Gegenstandsfreien Fotografie” sehr erstaunliche und abstrakte Aufnahmen machen. In diesem Fall braucht man nicht unbedingt ein Stativ. Am besten die Kamera auf Serienbild und die Blendenautomatik (T, TV, S) einstellen. In diesem Modus kann vom Fotografen die Zeit vorgewählt werden. Also ca. auf ½ bis 1 Sec einstellen, bei ca. 800 ISO bis 3200 ISO. Die Blende wir automatisch von der Kamera eingestellt. Nun muss der Fotograf aktiv werden, während der Belichtung, die Kamera schwenken oder drehen oder zoomen oder eine Kombination aus, schwenken, drehen und zoomen. Seinen sie kreativ, ändern sie auch mal die Belichtungszeit. Durch die Beurteilung der Bilder auf dem Kameradisplay werden sie sicherlich angeregt weiter zu experimentieren. Da bei dieser Technik zufällig tolle Motive entstehen, am besten mit Serienbildern arbeiten.

4) Vermeiden Sie zu helles Gegenlicht, z.B. eine Straßenlaterne im Vordergrund. Nehmen Sie einen anderen Ausschnitt und achten sie darauf, dass die Lampe nicht in das Objektiv scheint (Gegenlichtblende nutzen).

Streulicht ist unser Feind. Vermeiden Sie Scheinwerfer, die direkt in das Objektiv strahlen oder eine dominierende diffuse Lichtquelle.

Meiden Sie extreme Kontraste zwischen hell und dunkel. Machen Sie HDR-Bilder bei nicht bewegten Motiven. HDR: High Dynamic Range Image; eine Unterbelichtung, richtige Belichtung und Überbelichtung von einem Motiv, werden mit einem Programm zu einem kontrastrichtigen Foto zusammengerechnet.

 

                       

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