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Reformationsjubiläum 2017 mit einem Motiv auf dem Berliner Dom

Reformationsjahr 2017Auf dem Berliner Dom wird in diesem Jahr erstmals auch ein Motiv zum Jubiläum „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ zu sehen sein. Zu den Hintergründen interviewte die Festivalredaktion die Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017 Frau Professorin Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann.

 

Warum ist „Reformationsjubiläum 2017“ beim diesjährigen „Festival of Lights“ dabei?

„Das Licht leuchtet in der Finsternis“ – dieser Vers aus dem Johannesevangelium ist der Wahlspruch der Waldenserkirche. Sie entstammt einer reformatorischen Bewegung, die älter ist als diejenige, die in Wittenberg vor 500 Jahren ihren Anfang nahm und die wir 2017 feiern. Das Licht leuchtet in der Finsternis, das gilt aber auch, wenn Menschen – wie etwa Martin Luther, Johannes Calvin, Katharina von Bora oder Huldrych Zwingli – Neues entdecken und damit die Welt verändern. Oder anders ausgedrückt: Das Licht leuchtet in der Finsternis, wenn Menschen Kirche und Welt hinterfragen.

Das „Festival of Lights“ geht einen anderen Weg: Es zündet Lichter an, wenn die Nächte wieder länger und dunkler werden. So schenkt es den Menschen eine Woche lang in Nachtstunden Farben und Bilder und damit einen neuen Blickwinkel auf Gebäude in Berlin, die jeder kennt. Der Dom bleibt der Dom und ist doch durch dieses besondere Spiel des Lichts Leinwand für eine Botschaft – da darf der Hinweis auf das Reformationsjubiläum nicht fehlen.

Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum ist dieses Jahr mit dem Thema „Reformation und Bild“ überschrieben. Ist es ein Zufall, dass sich in diesem Jahr erstmalig eine kirchliche Organisation am „Festival of Lights“ beteiligt?

Sicher nicht – und das hat mehrere Gründe: Es sind keine zwei Jahr mehr bis zum Reformationssommer 2017, deshalb werden wir immer häufiger und deutlicher darauf aufmerksam machen, was wir als Kirche und Gesellschaft dann feiern und bedenken – auch beim „Festival of Lights“. Ein anderer Grund liegt darin, dass wir uns als

evangelische Christinnen und Christen immer wieder neu und intensiv mit der Sprachkraft der Bilder auseinandersetzen.

In diesem Jahr steht dabei Lucas Cranach der Jüngere, dessen 500. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, im Mittelpunkt. Spannend in unserer Zeit ist: Mit „Bild“ ist nicht nur bemalte Leinwand gemeint, sondern die Form Bilder her- und darzustellen, verändert sich. Die Kunst mit Licht Bilder auf große Gebäude zu zaubern ist noch jung, aber für die Kirchen eine spannende Möglichkeit. In vielen Orten gehören die Kirchen zu den größten und auffälligsten Gebäuden. Warum deren Fassade nicht auf Zeit und ohne sie zu verändern für neue Botschaften nutzen?

Welche Botschaft steckt in dem Bild zum „Reformationsjubiläum 2017“?

Zuerst einmal eine grundsätzliche Einladung an alle, die das Bild am Berliner Dom wahrnehmen: Vom Reformationstag 2016 bis zum Reformationstag 2017 feiern wir Reformation – Sie sind herzlich eingeladen, mit dabei zu sein. Zum anderen die doppelte Botschaft des Reformationsjubiläums: Das Erinnern an die Ereignisse vor 500 Jahren ist nicht nur ein Blick zurück auf das, was damals war, sondern fordert uns auf, die Gegenwart wahrzunehmen und zu hinterfragen, um Zukunft zu gestalten.

Den Sockel bilden die Reformatoren – vier von ihnen werden dargestellt. Ihre Gedanken und ihre Überlegungen, ihre Aktivitäten

und Äußerungen betrachten wir, kritisch und verändernd, deshalb sind die vier auch nicht einfach in historischen Gemälden dargestellt, sondern sozusagen „modernisiert“. Und über den vier Reformatoren schweben einige Tauben: Eine Taube verkündete das Ende der großen Flut in der Noahgeschichte. Eine Taube symbolisiert den Geist Gottes bei der Taufe Jesu. Und die Taube ist im 20. Jahrhundert – durch Pablo Picasso – zum Symbol des Friedens geworden: Die Taube als Zeichen dafür, dass wir gemeinsam die Zukunft gestalten können. Genauso ist die Taube ein Symbol für den Sommer, im Lied von Paul Gerhardt: „das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder“. Die Reformatoren von damals, die Taube von heute, prächtige Farben: In der Nacht strahlt am Dom die Einladung zum Reformationssommer 2017.

Berliner Dom - Reformation - 2015

Vielleicht, das ist mein Wunsch für das „Festival of Lights“, machen viele Besucherinnen und Besucher in diesen Nächten im Lustgarten und am Dom Selfies und Bilder mit dieser Einladung, um sich zu erinnern: Reformationssommer 2017 – da werden wir dabei sein.
Auf dem Berliner Dom wird in diesem Jahr erstmals auch ein Motiv zum „Jubiläum „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“ zu sehen sein.

Das Motiv soll bereits auf das kommende Themenjahr „Reformation und die Welt“ und auf die großen Feierlichkeiten zu 500 Jahre Reformation 2017 hinweisen.

Weitere Informationen finden Sie auf r2017.org

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